Brandschutzerziehung und Notfallvorsorge

Die Freiwillige Feuerwehr München im Umgang mit Covid-19+

Autorin: Nina Gruber, Referentin Ehrenamtsmanagement der FFW München

Den Umgang mit Feuer zeigen und sinnvolles Verhalten im Notfall vermitteln: Das ist das Anliegen des Projekts Prävention der Freiwilligen Feuerwehr München. Auch wenn COVID-19 viele Pläne durchkreuzt, fallen nicht alle Aktivitäten ins Wasser.

Mit Schwung ins neue Jahr: So lautete das Motto des Projekts Prävention im Januar 2020. Das Präventionsteam der Freiwilligen Feuerwehr München, das seit 2016 Brandschutzerziehung für Kinder ab 5 Jahren, Jugendliche und Erwachsene anbietet, hatte sich viel vorgenommen. Neue Konzepte lagen auf dem Tisch: Sowohl eine Ideensammlung, um neue Teammitglieder zu gewinnen als auch konkrete Planungen für Brandschutzmaßnahmen in verschiedenen Gemeinschaftsunterkünften. Die „Kindergarten-Blocktage“, bei denen mehrere Einrichtungen im Abstand von gut zwei Stunden nacheinander die Feuerwache 4 in München besuchen, waren teilweise schon zu Jahresbeginn ausgebucht. Zahlreiche „Tage der offenen Tür“ in den Abteilungen und Großveranstaltungen in München waren fix im Maßnahmenkalender eingetragen. Auch das Thema „Toter Winkel“ sollte mit Hilfe des Präventionsmobils noch stärker in die Maßnahmen integriert werden. Und dann kam COVID-19.

Die Folgen sind im Projekt deutlich zu spüren: Termine sind – stets mit Blick auf die politischen Entscheidungen – bis auf weiteres abgesagt, ebenso persönliche Teamtreffen. Der Gesundheitsschutz aller Beteiligten hat Vorrang. Doch auch wenn die Maßnahmen aktuell ruhen, kommen nicht alle Aktivitäten zum Stillstand. Das Organisations- und Leitungsteam des Projekts steht kontinuierlich im Austausch. Der Kontakt zu allen Mitgliedern des Präventionsteams soll auf jeden Fall gewahrt bleiben, zum Beispiel durch Anrufe, E-Mails oder Videokonferenzen. Das Ziel ist klar: Raus aus dem „Lockdown“, sobald es die Situation gefahrlos für alle Beteiligten zulässt. Das Präventionsteam, das seit 2016 zu einer gut eingespielten Gruppe zusammengewachsen ist, steht dafür in den Startlöchern.

Die Versicherungskammer Stiftung unterstützt die Freiwillige Feuerwehr München bei der Entwicklung und Etablierung eines neuen Engagementfelds im Feuerwehrwesen.

Bis zu 4.000 Einsätze hat die Freiwillige Feuerwehr (FFW) München jährlich: Dafür stehen an 22 Standorten bis zu 1.000 Ehrenamtliche rund um die Uhr bereit, um bei Unfällen, Bränden, Großschadensereignissen und im Katastrophenfall schnell und kompetent Hilfe zu leisten. Zudem übernimmt die FFW München Brandschutzerziehung u. a. in Kindergärten, Grundschulen und weiterführenden Schulen in München.

Präventionsteams

Nun sollen die Schulungen der Kinder und Jugendlichen in einem Tandem fortgeführt werden: Ein „feuerwehrfremder“ Ehrenamtlicher und ein/e Feuerwehrmann/-frau gehen gemeinsam in Erziehungs- und Bildungseinrichtungen, um mithilfe von kompakten Informationen, Praxistipps und geeigneten Materialien den richtigen Umgang mit Feuer sowie wichtige Notfallkompetenzen aufzuzeigen. Ziel des Projekts „Prävention – Einfach. Wichtig. Für alle!“ ist es, das Arbeitsfeld Brandschutzerziehung und Notfallvorsorge dauerhaft als festen und ehrenamtlichen Bestandteil in der FFW München zu integrieren. Damit sollen zum einen die aktiven Mitglieder entlastet, zum anderen die Feuerwehr hin zu neuen Zielgruppen geöffnet werden. Im April 2018 startete das Projekt mit ersten Ausbildungseinheiten für Ehrenamtliche, die innerhalb von fünf Tagen feuerwehrpraktisches Wissen und Übungen sowie pädagogisch-didaktische Kenntnisse in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen vermittelt bekommen.

Erfolgreicher Projektstart

Bis Mitte August 2018 konnten schon 30 Freiwillige für das Präventionsteam gewonnen werden. Das Interesse ist groß: Seit dem Projektstart haben über 50 Kindergärten, Schulen und weitere Institutionen bei der FFW München angefragt, um das Thema Brandschutzerziehung und Notfallvorsorge bei sich voranzutreiben. Die Tandems sind zwei bis drei Mal pro Woche im Einsatz und erreichen so monatlich rund 600 bis 800 Kinder und Jugendliche.
Die im Pilotprojekt gewonnenen Erkenntnisse sollen anderen Freiwilligen Feuerwehren zur Verfügung gestellt werden.