Gesucht wurde unter dem Motto „Stadt − Land − Lebenswert“ nach Initiativen und Projekten in Bayern und der Pfalz, die durch das erfolgreiche Zusammenwirken von Ehrenamt und Kommune die Lebensqualität und -situation vor Ort stärken und verbessern. In allen Regierungsbezirk in Bayern und in der Region Pfalz wurden jeweils zwei Kategorien mit je 5.000 Euro ausgeschrieben. Die Jury wählte aus über 200 Bewerbungen die Preisträger aus.
In der Kategorie „Wir gestalten vor Ort“ wurden in Niederbayern zwei Projekte ausgezeichnet, da in der Kategorie „Wir starten digital durch“ keine ausschreibungskonformen Einreichungen in den Wettbewerb genommen werden konnten. Die Verleihungen werden pandemiebedingt voraussichtlich im Sommer 2021 jeweils vor Ort stattfinden.

KATEGORIE: WIR GESTALTEN VOR ORT! | je 5.000 Euro

Waldkirchen handelt fair

Johannes Gutenberg Gymnasium Waldkirchen und Stadt Waldkirchen

Als ersten Preisträger wählte die Jury einstimmig das Projekt „Waldkirchen handelt fair“, eingereicht vom Johannes Gutenberg Gymnasium Waldkirchen in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Waldkirchen. Ziel des Projektes ist es, in der Schule und auch in der Kommune das Bewusstsein für den fairen Umgang von Mensch zu Mensch zu stärken. Im Zuge dessen werden auf Initiative der Schüler*innen seit vielen Jahren verschiedene Maßnahmen vorangetrieben und Aktionen umgesetzt: Das Gymnasium wurde bereits 2015 als FAIRTRAIDE-SCHOOL ausgezeichnet. Im Jahr 2017 wurde die erste Edition der Fairen Waldkirchner Stadtschokolade in Zusammenarbeit mit der Stadt Waldkirchen, einem REWE-Markt sowie einer ortsansässigen Firma verkauft. Auf den Schokoladen werden Stadtmotive abgebildet, die im Rahmen eines Wettbewerbs unter der Schüler*innen vom Befair-Team der Schule sowie der Steuerungsgruppe Fairer Handel der Stadt ausgewählt wurden. Der Stadt selbst wurde auf Initiative des P-Seminars Fairer Handel des Gymnasiums der Titel FAIRTRADE-Town verliehen. Teil der Bewerbung war es neben Informationsveranstaltungen im Stadtrat, der Grundschule, in Kirchen und Vereinen auch den Einzelhandel und die Gastronomie zu überzeugen, ihr Angebot um fair gehandelte Produkte zu erweitern. Durch aktives und intensives Schüler*innen-Engagement und -Beteiligung wird nun schon über Jahre − und insbesondere über Abiturjahrgänge − hinweg der Nachhaltigkeitsgedanke vor Ort verankert und weitergetragen sowie durch verschiedene Aktivitäten ausgebaut.

FrauenTreffs im Landkreis Passau für Frauen mit Migrationshintergrund

Landratsamt Passau

Durchsetzen konnte sich ebenfalls das Projekt  „FrauenTreffs im Landkreis Passau für Frauen mit Migrationshintergrund“ vom Landratsamt Passau. Dieses Projekt zielt darauf ab, interkulturelle Begegnungsstätten im ländlichen Raum zu etablieren und hierbei insbesondere das Bedürfnis von Migrantinnen nach Kontakt mit der deutschen Bevölkerung/deutschen Frauen aufzugreifen. Es entstehen niedrigschwellige Begegnungs-, Bildungs- und Integrationsangebote für Frauen mit Migrationshintergrund, die das gemeinsame, interessens-bezogene Handeln und die Vernetzung von Frauen untereinander ermöglichen. Die FrauenTreffs werden von Migrantinnen geleitet, welche von der kommunalen Integrationsmanagerin angesprochen, ausgewählt und bei der Umsetzung fachlich begleitet werden. Die Umsetzung in den verschiedenen Kommunen des Landkreises erfolgt in enger Kooperation mit der Kommunalen Integrationsmanagerin des Landkreises mit den Kommunen aber auch mit den Kirchengemeinden vor Ort sowie mit der Diakonie bzw. dem Landkreis Passau und der Regierung von Niederbayern.