Gesucht wurde unter dem Motto „Stadt − Land − Lebenswert“ nach Initiativen und Projekten in Bayern und der Pfalz, die durch das erfolgreiche Zusammenwirken von Ehrenamt und Kommune die Lebensqualität und -situation vor Ort stärken und verbessern. In allen Regierungsbezirken in Bayern und in der Region Pfalz wurden jeweils zwei Kategorien mit je 5.000 Euro ausgeschrieben. Die Jury wählte aus über 200 Bewerbungen die Preisträger aus. Die Verleihungen werden pandemiebedingt voraussichtlich im Sommer 2021 jeweils vor Ort stattfinden.

KATEGORIE: WIR GESTALTEN VOR ORT! | je 5.000 Euro

Der Dorftreff

Faulenzer Eggolsheim e.V. und Markt Eggolsheim

In der Kategorie „Wir gestalten vor Ort“ wurde das Engagement des Marktes Eggolsheim zusammen mit dem Verein „Der Faulenzer Eggolsheim e.V.“, von der Jury als preiswürdig und beispielhaft für ein lebenswertes Miteinander in der ländlichen Region Oberfrankens befunden. Das alte Schulgebäude, das als Jugendtreff diente, war stark renovierungsbedürftig. Daher entschied sich die Gemeinde im Jahr 2015 zur Projektentwicklung Dorftreff mit Bürgerbeteiligung. In gemeinsamen Sitzungen mit den Jugendlichen, der Gemeindeverwaltung und dem Marktgemeinderat wurden die Nutzungsflächenerweiterung mit dem Anbau von Funktionsräumen, die barrierefreie Gestaltung und die Ausstattung mit modernster Medien- und Veranstaltungstechnik beschlossen. Im ersten Stock des Gebäudes wurden Räumlichkeiten für die Jugendlichen geschaffen. Kommunal bewilligt wurde zudem die Neugestaltung des Außenbereichs und durch Eigenleistung der Jugendlichen verwirklicht. Sie organisierten und führten die Arbeiten, wie Ausräumen, Putz abschlagen, Wände entfernen usw., ehrenamtlich aus. Der Faulenzer Eggolsheim e.V. organisiert und gestaltet den Dorftreff. Angeboten wird ein buntes Programm für alle Bürger*innen, etwa Livemusikabende, Frühshoppen, Dorffest für Jugendliche, traditionelle Feste (Kirchweih), Public Viewing bei Sportgroßereignissen.

Das ehrenamtliche Faulenzer-Team übernimmt ebenso die Bewirtschaftung des Veranstaltungsraums mit Getränken, beispielsweise bei Kartenspielabenden, Häkeln und Stricken mit den Stricktanten, Mutter-Kind-Krabbelgruppe, etc. Dem eklatanten Mangel an Gastwirtschaften und sozialen Treffpunkten geschuldet, fungiert der „Dorftreff Faulenzer“ auch als kleines Dorfcafé. Die sogenannten Kaffeetanten organisieren dieses ehrenamtlich, der Erlös wird gespendet.

Freund statt fremd Begegnungsstätte Lui20

Freund statt fremd e.V. und Stadt Bamberg

In der Kategorie „Wir gestalten vor Ort“ überzeugte das Engagement des Vereins Freund statt fremd e.V. in Bamberg die Jury. Freund statt fremd e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der geflüchteten Menschen nach ihrer Ankunft in Bamberg und Umgebung hilft, sich zurechtzufinden und zu integrieren. Im Verein engagieren sich Menschen jeden Alters und unterschiedlicher Herkunft. Sie alle vereint der Wunsch, geflüchtete Menschen konkret und tatkräftig zu unterstützen. Denn Asylsuchende müssen sich in einem neuen und schwierigen Alltag zurechtfinden, die deutsche Sprache lernen, sich mit einem neuen sozialen Umfeld vertraut machen und Kontakt zu den hier lebenden Bürger*innen und deren Einrichtungen aufbauen. Bei all dem werden sie von Freund statt fremd e. V. unterstützt. Im Frühjahr 2018 eröffnete das interkulturelle Begegnungszentrum Lui20. Dieses Herzstück des Vereins hat sich mittlerweile zu einer echten Institution in Bamberg entwickelt, die für Bamberger*innen wie Geflüchtete eine wichtige Anlaufstelle in ihrem Alltag geworden ist. Vor allem das Café Lui20 und die vielen Veranstaltungen in der Begegnungsstätte Lui20 für und mit Geflüchteten sind in der Bamberger Community sehr beliebt. Neben all den regelmäßig stattfindenden Angeboten bietet der großzügige Caféraum im Lui20 auch Raum für ein buntes Programm an Einzelveranstaltungen. Die unterschiedlichen Angebote richten sich stets an ein breites Publikum und zielen darauf ab, das interkulturelle Miteinander in Bamberg zu stärken. Bei der Umsetzung vieler Ideen kooperiert der Verein häufig auch mit anderen gesellschaftlichen Akteur*innen wie Schulen, Bibliotheken, Kulturschaffenden, karitativen und öffentlichen Einrichtungen oder Behörden. Die gewonnenen Erkenntnisse werden darüber hinaus auch in verschiedene Gremien der Stadt Bamberg hineingetragen.